Mein R560 fing vor kurzem an Zicken zu machen, sobald es darum ging vernünftig zu arbeiten.
Die ersten paar Minuten Vollast waren kein Problem, bis dann die Taktrate in den Keller fiel.
Ich dachte erst es liegt an einem Treiber oder ähnlichem und versuchte den Takt mit Gewalt, RMClock und CPUGenie auf 100% zu halten, nur half auch das nichts, was erfreulich ist, denn wie sich recht schnell herausstellte war dem System schlicht und einfach zu warm.
Also ein großes Lob vorweg an Intel dafür, dass sie so unkaputtbare CPUs bauen.
Vor ein paar Jahren noch wäre das Notebook wahrscheinlich in Flammen aufgegangen, bevor das System auf die Idee gekommen wäre einfach mal nen Gang runter zu schalten
Und was macht man, wenn's dem Notebook zu warm ist?
Richtig. Putzen und Wärmeleitpaste erneuern, und weil es das erste mal ist, dass ich das R560 auseinander nehme dachte ich, ich lasse euch an diesem weltbewegenden Ereignis teilhaben.
Macht euch keine Gedanken welche Schraube wo war. Es gibt nur 2 verschiedene Typen und die silbernen sind für's Keyboard. Also alle ins selbe Töpfchen und bloß hoffen, dass keine übrig bleibt.
Na dann mal los:
- Zuerst Akku und Netzteil entfernen, dann an der Unterseite die Abdeckplatten aufschrauben und Festplatte, RAM und WLAN-Karte in Sicherheit bringen.
- ODD-Schraube entfernen, CD-Laufwerk aus dem Schacht ziehen und zu den sicheren Sachen legen.
- KBD-Schrauben entfernen, (bemerken, dass sie silber sind) und das Keyboard abnehmen.
Hierzu die Nasen in Höhe der [Pfeil Nach Unten]-Taste, mittig der [Leertaste] und zwischen der [Fn]- und [Windows]-Taste mit einem kleinen Schraubendreher nach unten schieben und das Keyboard raushebeln.

- Jetzt wird es etwas haarig. Um die bepunktete Zierleiste abzunehmen muss man den Bildschirm ganz nach hinten biegen, dann im Akkuschacht die drei Schrauben losdrehen und die beiden Nasen in der Mitte nach innen Drücken.
Seid hier extra extra vorsichtig. Mir ist eine der Nasen abgebrochen, weil sie alles andere als flexibel war.
Nach viel Fummelei mit noch mehr Gefühl kann man die Zierleiste dann hinten anheben und nach vorne raus heben. Kabel sind damit keine verbunden, also kann man wenigstens bloß Plastik kaputtmachen.

- Jetzt könnt ihr vorsichtig die Kabel für Mikrofon, Lautsprecher, Touchpad, Bildschirm und Hintergrundbeleuchtung abziehen.
Lasst den Bildschirm ab jetzt am besten offen und stellt das Notebook zum Arbeiten auf die Seite, da es im nächsten Schritt sehr viel an Steifigkeit verliert.
- ALLE schwarzen Schrauben an der Unterseite rausdrehen und mit den Fingernägeln die beiden Gehäusehälften trennen. Wenn ihr nichts vergessen habt werden die beiden jetzt nur noch von ein paar sehr kleinen Plastiknasen zusammengehalten.

- Zu guter Letzt das Bluetoothkabel abziehen und die 4 durchnummerierten Schrauben vom Mainboard lösen. Damit ist das R560 offiziell in seine Einzelteile zerlegt.

- An dieser Stelle dürfen wir uns kurz wundern, warum weit und breit kein Garantiesiegel zu durchtrennen war, den Fön wieder wegpacken und den Kühler vom Mainboard schrauben.

- Jetzt ein paar Minuten Zeit nehmen und mit einem Pinsel, Staubsauger und Druckluft alles was nicht zum Notebook gehört von diesem beseitigen.
- Die drei DIEs und den Kühlkörper mit ordentlich Benzin und Q-Tips von den alten Wärmeleitpads befreien. Ein DIE am besten immer von der Mitte nach außen putzen, um nicht Gefahr zu laufen die Ecken abzubrechen.

- Ich hatte eigentlich den Plan LiquidMetal Pads zu kaufen, aber der Händler meines Vertrauens meinte man bräuchte dafür einen sehr hohen Anpressdruck und riet mir wieder zur ArcticSilver5-Paste, die ich sonst auch überall draufschmiere.
- Die Paste (solltet ihr sie denn benutzen) einer Kreditkarte hauchdünn auftragen. Das funktioniert am besten wenn sie handwarm ist.

- Den Kühlkörper schön gerade auf die CPU setzen und die Schrauben über Kreuz festziehen.
- Um den Rest wieder zusammenzubauen diese Anleitung rückwärts lesen.
Nach der Aktion ist das Notebook nicht nur wieder sauber wie am ersten Tag, sondern es läuft auch wieder zuverlässig Stundenlang auf Höchstleistung ohne ins Schwitzen zu kommen.
Seht selbst: Repräsentativ sind nur die Maximalwerte in den Boxen.
In rot ein paar Minuten Vollast vorher, in grün über eine Stunde Vollast nachher bei vergleichbarer Raumtemperatur.
VG slowmo
P.S.: Sorry, aber mein Handy kommt Fototechnisch einfach nicht mit den winterlichen Lichtverhältnissen klar.
Sollte TinyPic die Bilder irgendwann löschen hängen sie hier noch mal als .zip an.